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Sonntag, 11. Januar 2015

von Naturwundern und Guttorm


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Hallo ihr Lieben :)

ich bin immer noch krank, das Fieber kommt und geht und nervt mich ungemein. Jetzt beginnt bereits die fünfte Woche und ich bin der Meinung, dass es jetzt langsam an der Zeit wäre, gesund zu werden. Heute habe ich für meine Verhältnisse ziemlich kurz geschlafen und wollte das bei diesem Wetter spärliche Tageslicht für ein paar Fotos nutzen. Leider wurden die Bilder trotzdem nicht so wahnsinnig qualitativ hochwertig, aber ich hoffe, ihr könnt es mir verzeihen. Das neue Tattoo ist schon lange verheilt und ich habe es immer wieder aufgeschoben, Fotos zu machen. Aber nun, schließlich hatte ich unserer norwegischen Tourleitung versprochen, ein Bild vom fertigen Rentier zu schicken. Das Rentier heißt übrigens Guttorm und gehört zum Friluftsenter Tromsø, das bei unserem Norwegenurlaub eine Rentierschlittenfahrt mit den Ureinwohnern Skandinaviens, den Sami, organisiert hat. Es steht unter einem Himmel voller Nordlichter, die das schönste waren, was ich in meinem Leben bisher sehen durfte. Ein wahres Naturschauspiel, aber darüber habe ich euch ja bereits viel erzählt. Wer es nicht kennt, kann rechts einfach den Tag "Norwegen" anklicken, dort sind alle Einträge dazu aufgelistet. Momentan kann man dort übrigens neben den Nordlichtern auch Wale beobachten, die sich in den kalten Wintermonaten in den Fjords aufhalten - sicher auch sehr schön, das zu erleben. Wir waren letztes Jahr leider zu spät dort, die Wale waren bereits weitergezogen.

Was war das Beeindruckendste, das ihr jemals erlebt habt?
Und was haltet ihr von Tattoos, habt ihr auch welche?

Liebe Grüße,
Foeniculi

Mittwoch, 12. März 2014

Velkommen til Norge! - die zweite Polarlichtjagd

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 Es geht weiter mit der Norwegenreihe. Mein PTA-Tagebuch beschäftigt mich aktuell sehr, sodass ich quasi die ganze Zeit daran arbeite und kaum zum Verfassen komme, aber ein Ende ist in Sicht! Das ist auch gut so, am Montag muss ich es schließlich abgeben - komplett überarbeitet und gebunden. Aber ich bin guter Dinge, darum zeige ich euch nun den letzten Teil, der auch gleichzeitig unseren letzten Abend in Norwegen zeigt: die erfolgreiche Polarlichtjagd, die einfach alles übertroffen hat und uns immer gut im Gedächtnis bleiben wird.

Es war ein recht sonniger Montag, der unsere Erwartungen an die nächtliche Tour allein dadurch schon mächtig antsteigen ließ. Ein wolkenloser Himmel ist die beste Voraussetzung, der KP-Index lag zwar nur bei 1 (auf einer Skala von 0 - 10, während das aber nur heißt, wie weit die Lichter über die Erdoberfläche zu sehen sind), aber wir waren trotzdem erstaunlich optimistisch. Gegen halb sechs am Abend wurden wir von einem schwarzen Van abgeholt, darin fünf Briten und unser Guide, ein netter Kerl aus Australien, der in Norwegen sozusagen "Saisonarbeiter" ist und nur im Winter für Nordlichttouren herkommt. Es war erst seine zweite Saison, aber er hatte schon wahnsinnige Lichter gesehen und schien viel Ahnung zu haben (im Gegensatz zu unserem vorherigen Guide), darum trauten wir ihm und ließen ihn einfach fahren. Zunächst fuhren wir ins "Basement", um uns wieder mit den obligatorischen Schneeanzügen auszustatten. Es stellte sich später heraus, dass das eine sehr gute Wahl war.
 Es war eine wirklich nette Stimmung im Bus, die Briten sind gerade erst angereist, es war ihre allererste Tour und auch sie waren natürlich voller Erwartungen. Zunächst fuhren wir an eine Stelle, die eigentlich ziemlich gut sein sollte, aber da war nichts, nur Milliarden von Sternen und ein paar Satelliten, die am Himmel herumkreisten. Das alleine war aber auch schon ein toller Anblick, wir hielten Ausschau nach einem grünen Schimmer und unser Optimismus wich von Minute zu Minute mehr davon.

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ganz entfernt, über einem Berg, sahen wir grüne Lichter. Seht ihr sie auch? Allerdings zog sich der Himmel stetig weiter zu, Wolken und Dunst nahmen uns Stück für Stück immer mehr die Sicht auf den klaren Abendhimmel. Und jetzt? Bleiben und hoffen, oder weiterfahren? Wir entschieden uns für letzteres und unser Guide erklärte uns, dass ein gutes Stück von hier die Grenze zu Finnland liegt und man dort eigentlich immer gute Chancen auf Polarlichter hat.

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Wir fuhren und fuhren, es wurde waldiger und im Dickicht versteckten sich viele Elche und Rentiere - leider haben wir keines zu Gesicht bekommen. Ich hätte gerne einen Elch gesehen! Irgendwann fuhren wir um die Ecke und da war plötzlich eine Ampel. Im Nichts. Rot. Unser Guide schaltete den Motor ab und sagte uns, dass das jetzt eine halbe Stunde dauern kann, die nächsten Kilometer sind nämlich nur einspurig befahrbar und es kann etwas dauern, bis wir grün hätten, wenn die (nicht vorhandenen) anderen gerade erst losgefahren wären. Er stieg aus und zündete sich eine Zigarette an - da sprang die Ampel auf grün und wir machten laut darauf aufmerksam. Nicht, dass die Grünphase so kurz ist, wie man es hier so kennt! Schnell sprang er wieder ins Auto und wir fuhren weiter durch das Nichts. 

Hier war wirklich nichts, kein Haus, keine Laterne, nichts. Es war fast schon ein bisschen gruselig, wie das Fernlicht des Vans alles ausleuchtete, am Straßenrand türmten sich hohe Schneemassen, kleine, krüppelige Tannen links und rechts. Kein anderes Auto weit und breit. Einen Moment lang spielte in meinem Kopf ein Film ab: Plötzlich bleiben wir stehen - Motorschaden. Kein Netz, niemand in auch nur annähernder Reichweite. Eine Weile bleiben wir im Bus sitzen und warten darauf, dass vielleicht jemand vorbeikommt, aber niemand erscheint. Es kühlt langsam aber stetig ab, uns ist kalt, wir sind müde und hungrig, haben Angst, einzuschlafen und zu erfrieren. Irgendwann werden manche aggressiv, zwei Leute entscheiden sich dazu, in Richtung des nächsten Ortes zu gehen, ohne Licht und ohne Proviant. Nach einer halben Stunde hören wir laute Schreie, Panik macht sich breit. Es endet damit, dass wir uns gegenseitig abschlachten und aufessen und der letzte Mensch, der sich lebend im Bus befindet, ist total verrückt geworden und überfällt die nach Tagen eintreffenden Helfer, erschlägt sie mit einem Stein. Uff. Aber zum Glück bewegt sich das Auto, alle sind wohlauf und keine Spur Aggression in der Luft. Mir ist es trotzdem komisch, ich freue mich darauf, bald anzukommen. 

 Und dann kam plötzlich das Schild. "Suomi - Finland". Willkommen in der EU. Unser Guide bringt es auf den Punkt "Welcome to Finland. It's sooo different here!". Schnee, erbärmliche Tannen. Wäre da kein Schild, hätte man es gar nicht gemerkt. Eins ändert sich aber: die Temperatur. Es kühlt plötzlich so extrem ab, dass alle Scheiben einfrieren. Wir müssen kurz anhalten und warten, bis wir wieder etwa sehen. Dann sind es nur noch wenige Minuten Fahrt und unser Guide kündigt an, die Endstation erreicht zu haben. Wir pellen uns aus dem Auto (das ist gar nicht mal so leicht!) und schauen nach oben: tatsächlich! Da ist etwas zu sehen, ganz leicht, aber es ist da!

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Die Briten sind vollkommen aus dem Häuschen und auch wir freuen uns. Das ist doch deutlich besser, als vorher! Es ist nur eine Frage der Zeit, denn die Lichter flammen auf, verschwinden wieder, um dann wenige Minuten später wieder mit voller Wucht zurückzukommen. Und dann ging es los. Es wurde heller und heller.

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Dann da! An einer anderen Stelle fing es auch an!

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Es ging ganz schnell, dann leutete alles über und um uns herum in einem wunderbar satten grün. Wir konnten sogar das seltene Purpur sehen, was sich wie ein Band darumlegte.


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Wie aus dem Nichts bildete sich eine große Wolke, die immer größer wurde und dann in sich zerbrach - und die Form eines Herzens annahm. Wunderschön!

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Zu den grünen Flächen kamen dann plötzlich Linien, die sich wie ein großes Band einmal quer über den Himmel spannten. Die Lichter tanzten hin und her, man konnte es leider gar nicht richtig festhalten.


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Dann zerprang das Band, es wurde wieder zu einer schimmernden grünen Fläche.

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Es war so wundervoll. Ich entschied mich, meine Kamera auszuschalten und diese Szene einfach nur zu genießen. Unser Guide hat noch ein Foto gemacht, ziemlich clever; wir stellten uns vor dieses Naturschauspiel, er fokussierte auf uns und leuchtete während der Belichtung nur einmal kurz mit der Taschenlampe auf uns, dann nahm er das Licht weg. Die Kamera belichtete 30 Sekunden und heraus kam dieses wunderbare Familienportrait!

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Auch ein Foto von uns beim Fotografieren war im Ordner mit seinen "Portraits", den wir zugeschickt bekommen haben.

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 Zu diesem Spektakel haben wir noch eine professionelle Tütenmahlzeit, die man mit Wasser, das durch einen Gasbrenner aufgekocht wurde, füllt. Etwas stehenlassen, umrühren, fertig. Ich hatte Gemüserisotto und es hat sogar echt gut geschmeckt! Danach gab es noch einen warmen Kakao und es war wirklich der beste Kakao, den ich jemals hatte, das machte aber bestimmt die Sicht. Auch jetzt kommt immer noch diese spezielle Stimmung auf, wenn ich einen Kakao trinke - schöne Verbindung :) Um halb drei Uhr in der Nacht entschieden wir dann, uns auf den Rückweg zu machen. Ein bisschen traurig setzten wir uns wieder ins Auto und obwohl meine Haare zu einem dicken Klotz gefroren und ich meine Füße nicht mehr spüren konnte (hätte ich doch besser die warmen Schuhe aus dem Basement genommen, minus 17°C ist schon eine heftige Temperatur!), hätte ich noch stehen bleiben können, bis die Sonne wieder aufgeht. Als wir dann im Hotel ankamen und ich mich fertig gemacht hatte, war es schon fünf Uhr morgens... natürlich habe ich auch prompt verschlafen, aber wir hatten zum Glück noch einen Zeitpuffer ;) Auf dem Rückflug habe ich komplett geschlafen und geträumt... von diesen wunderbaren Lichtern.


Ich hoffe, euch hat die Norwegenreihe interessiert und gefallen!

Liebe Grüße

Montag, 10. März 2014

Velkommen til Norge! - hoch hinaus


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Nach unserer Nordlichttour hatten wir zwei Tage lang nichts geplant. Als uns dann am Morgen die Sonne anlächelte, riefen wir spontan ein Taxi und fuhren zur Seilbahn, um uns die Stadt von oben anzusehen. Es dauerte nicht lange, da standen wir schon mit vielen anderen in der Warteschlange. Wir mussten zum Glück nicht warten, denn kurz nachdem wir in den Warteraum gekommen sind, war die Seilbahn wieder unten und bereit, uns mit nach oben zu nehmen.

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Als wir dann die Station verließen, bot sich ein grandioser Ausblick.

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Hier lag auch der langersehnte, dicke und unvereiste Schnee, der so wunderbar unter den Füßen knirscht, wenn man drübergeht.

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wenn man einmal um das Stationshäuschen herumging, hatte man einen tollen Blick über die Schneemassen, der Himmel hat sich auch von seiner besten Seite gezeigt ;)

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Wenn man dann über die Kuppe ging, erreichte man eine Stelle, die sich wunderbar zum fotografieren eignete: man konnte kilometerweit über die Fjorde und die Berglandschaft schauen. Da es aber noch zwei Stunden bis zum Sonnenuntergang dauerte, entschlossen wir uns, wieder nach unten zu fahren, da wir wirklich durchgefroren waren... man merkt den Temperaturunterschied zwischen Berg und Tal doch ziemlich stark! Doch die Aussicht war die abgefrorenen Zehen definitiv wert. Schaut selbst!

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Sonntag, 9. März 2014

Velkommen til Norge! - die erste Polarlichtjagt


Es war schon bald Zeit für unsere zweite Tour. Es sollte die erste Northern Lights Chase werden, bei der wir von einem Fotografen begleitet werden, der uns Tipps gibt. Leider konnten wir alle besser fotografieren, als der Fotograf, sodass es uns nicht viel genutzt hat... aber er und seine Frau waren trotzdem wirklich nett!
Zunächst fuhren wir ein kurzes Stück mit dem Auto und befanden uns immer noch in Tromsø, als wir unseren ersten Stopp einlegten. Wir stiegen aus, um unsere Kameraeinstellungen zu finden und ein bisschen zu probieren. Wir freuten uns alle sehr, als wir schon einen kleinen Vorgeschmack der Nordlichter zu sehen bekamen. Die Vorhersage war durch den ganzen Regen und die Bewölkung nicht gerade gut, deshalb wurden wir alle zuversichtlich, heute doch noch etwas zu sehen.

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Wir setzten uns wieder ins Auto und fuhren weiter, diesmal ungefähr eine halbe Stunde. Wir hielten am Straßenrand und die Gruppe bekam Spikes für die Schuhe - wir sollten eine lange Einfahr heruntergehen, die komplett von einer dicken Eisschicht überzogen war. Für uns reichten die Spikes leider nicht, sodass jeder nur einen für einen Fuß bekam, das würde reichen, sagte sie. Nachdem wir uns aber nach wenigen Metern schon fast fünf Mal hingelegt haben, drehten wir um. Wir wollten uns nicht verletzten und wenn die Kamera hinfällt, ist es eh vorbei. Also sind wir wieder zurück zum Auto gegangen und warteten auf die anderen. Unten waren sowieso keine Nordlichter zu sehen, darum waren wir froh, dieses Risko nicht eingegangen zu sein. Nur wenige Minuten weiterer Fahrt kamen wir an eine Stelle, die wirklich grandios war. Es war nicht zu hell und die Nordlichter konnte man gut sehen.

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Wir fuhren weiter, nochmal eine halbe Stunde, und kamen an einer Bucht an, an der acht kleine Häuschen standen. Es war eigentlich immer noch viel zu lichtverseucht, aber unsere Guides fanden den Platz gut. Wir fuhren an eine Art Campingplatz, auf dem Gelände gab es ein Häuschen, das allerdings schon besetzt war, deshalb nahmen wir Vorlieb mit einer kleinen Feuerstelle. Wir waren noch nicht lange da, als sich etwas über unseren Köpfen zusammenbraute. Es war viel besser, als alles davor.

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Es ist der Wahnsinn... die Lichter tanzen hin und her, winden und drehen sich... und es wurde immer stärker sichtbar.

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Leider dauerte diese Magie nur rund zehn Minuten an, danach wurden die Lichter wieder schwächer und verschwanden dann komplett. Es war wirklich wunderschön und alle Teilnehmer waren sprachlos. Wir wussten noch nicht, dass unsere zweite Tour das alles übertreffen wird.

Aber was sind Nordlichter eigenlich? Der Ursprung der grünen Lichter liegt auf der Sonne. Dort findet derzeit eine intensive Polumkehr mit, die etwa alle elf Jahre passiert. Dies bedeutet, dass die magnetischen Felder der Sonne "tauschen". Durch diese Energie entstehen starke Sonnenwinde, geladene Teilchen bewegen sich von der Sonne weg. Sogenannte Flares, die als dunkle Flecken auf der Sonne zu sehen sind, bergen ein noch höheres Energiepotential. Auf Röntgenbildern der Sonne ist gut zu erkennen, an welchen Stellen die geladenen Teilchen die Sonne verlassen. Sie ballen sich zu einer Art Wolke und rasen in Richtung Erde. Diese Wolke wird durch das Magnetfeld der Erde zu den magnetischen Polen, also zum Süd- und Nordpol umgelenkt. Dort trifft die Wolke senkrecht auf die Erdatmosphäre und kann dadurch eintreten. Das ist der Grund, weshalb die Polarlichter nur am Nord- und Südpol zu sehen sind. Je nachdem wie stark der Sonnenwind ist, kann sich die Fläche, in der die Lichter sichtbar sind, aber extrem ausdehehnen, sodass man sie dann sogar in Deutschland sehen kann! Dies war letztes Jahr der Fall.

Und wie kommen jetzt die Farben zustande? Durch die geladenen Teilchen finden Reaktionen in den oberen Schichten der Erdatmosphäre statt, die Energie freisetzen, ein intensives, grünes Licht entsteht. Je nachdem, welche Ionen beteiligt sind, kann auch ein purpurfarbenes (Sauerstoff) oder rotes Licht hinzukommen. 

hier seht ihr nochmal, wie sich der Sonnenwind mit den geladenen Teilchen in Richtung der Pole bewegt.
Quelle: Wikipedia

So sieht das ganze aus dem All aus... wunderschön, oder? (Quelle: NASA)

Samstag, 8. März 2014

Velkommen til Norge! - die Rentierschlittenfahrt


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Nachdem ich euch hier von meiner Ankunft in Norwegen erzählt habe, geht es nun dort weiter, wo die Geschichte aufgehört hat.
Nach dem reichhaltigen Frühstück zogen wir uns schön dick an. In der Zeit in Norwegen habe ich nicht wirklich darauf geachtet, modisch gekleidet zu sein. Es fiel mir etwas schwer, nicht darauf zu achten, aber der Platz im Koffer war begrenzt, weshalb ich nur dicke Pullover und ähnliche warme Kleidung mitnehmen konnte. Ketten und Ringe würden nur stören, daher habe ich komplett darauf verzichtet. Ich hatte sogar nur zwei Paar Schuhe dabei, zu meiner eigenen Verwunderung. Jedenfalls schmiss ich mich in meine kuschelige Thermounterwäsche, zog meine Fleece-Socken an und hüllte mich in zwei Pullover und meinen Parka, noch einen Schal, Handschuhe und Mütze und das Outfit war fertig. Wir gingen nach draußen und verschafften uns erstmal einen Überblick. Das Wetter war wirklich trist und untypisch für Norwegen: es regnete in Strömen, es war unglaublich glatt und rutschig und so gingen wir im Entenschritt zum Hafen, wo uns ein Auto der Organisation aufsammeln wollte, das unsere Tour veranstaltet. Norwegen hatte ich mir wirklich anders vorgestellt - mitten in der Arktis erwartete ich tiefe Minustemperaturen und dicke Schneeflocken. Stattdessen regnete es, wir stellten uns vor einer Pizzeria unter - und wir waren ziemlich pessimistisch. Etwas zu spät (das scheint in Norwegen so üblich zu sein) fuhr dann ein kleiner Bus vor und die kleine Truppe, die sich mittlerweile zusammengefunden hatte, drängelte sich hinein.

Unsere Fahrt ging los. Wir fuhren etwa eine halbe Stunde, der Himmel brach auf und es kam zwischendrin ein schönes Blau hervor. Zunächst fuhren wir zum "Basement". Das war ein kleines, rotes Häuschen, in dem nicht sehr schöne, aber dafür warme Overalls auf uns warteten. Jeder suchte sich etwas passendes aus und zog sich an.

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Dann setzten wir uns wieder in den Bus und fuhren wieder ein Stück zurück, zu einer Stelle, die ich schon im Vorbeifahren gesehen habe. An der Stelle stand ein Lavvu, das typische Zelt der Sami. Daneben standen mehrere Rentiere, die etwas skeptisch dreinblickten, als wir ungeschickt aus dem Bus stiegen (so dick eingepackt verliert man schon mal das Körpergefühl) und in ihre Richtung liefen. Hier war es dann doch so, wie man sich die Arktis vorstellt: Schnee und Eis so weit das Auge reichte.

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Unsere Gruppe wurde in zwei Hälften geteilt, die anderen setzten sich bereits in die Schlitten und fuhren mit den Rentieren davon, wir blieben erstmal im Lager und sahen uns um. Die liebe Frau, die unser Guide war, erzählte uns allgemeines zu den Sami. Sie sind die Ureinwohner Lapplands, denen alle Rentiere gehören, die hier leben. Wie viele Rentiere einem Sami gehören, haben wir nicht erfahren - es ist, als frage man nach dem Gehalt, man spricht einfach nicht drüber. "Mehr als letztes Jahr" ist meistens die Antwort. Unser Guide meinte aber, dass es meistens über 500 Tiere sind. Die Rentiere Sie leben in freier Wildbahn und werden per GPS geortet. Sie ernähren sich hauptsächlich von Moos, das zwischen Steinen wächst, sie werden aber noch zusätzlich gefüttert, da sie durch die Arbeit mit den Schlitten mehr Energie benötigen. Wir haben gehört, dass im aktuellen Winter leider sehr viele Rentiere gestorben sind, da es so viel geregnet hat. Durch den kalten Boden hat sich eine dicke Eisschicht gebildet, die einfach alles überzogen hat. Die Tiere konnten sich gar nicht richtig bewegen, weil sie immer weggerutscht und gefallen sind, ihre Nahrungsquellen waren zugefroren und es war nicht möglich, alle Rentiere einzsammeln und zu füttern. Die Norweger haben sich zwar zusammengetan und Essen für die Tiere, leider haben es aber sehr viele nicht geschafft. Es ist wirklich erstaunlich, was es für Auswirkungen hat, wenn sich die natürliche Umgebung verändert.
Durch den GPS-Sender, den einige Tiere am Halsband haben, kann man immer verfolgen, wo sie sich aufhalten. Trotzdem kommen sie immer wieder von selber zurück. Die Sami haben zudem einen speziellen Ruf, dem die Tiere folgen. Um die Rentiere wieder "anzuleinen", benutzen sie spezielle Gummiseile, denen die Witterungsbedingungen nichts anhaben. Sie formen sie zu einem Lasso und fangen sie dadurch ein. Uns wurde gezeigt wie man dieses Lasso formt und durften an unserem persönlichen Rentier, unserem Guide, üben.

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Nach dieser kleinen sportlichen Einlage gingen wir zu einem kleinen Rentier, das in der Nähe des Lavvu angebunden war. Es ist der Gruppe zugelaufen, hatte vermutlich seine Mama verloren. Es hat sich schon gut integriert, darf aber natürlich noch nicht mit dem Schlitten fahren, deshalb musste es dort auf die anderen Rentiere warten. Dann setzten wir uns ins Lavvu. Innen brannte ein Feuer und heizte das ganze Zelt auf eine angenehme Temperatur. Durch eine Öffnung an der Spitze zog der Rauch weg. Viele blieben draußen, da man erstmal durch den beißenden Qualm steigen musste, um hineinzukommen.

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 Innen war es sehr gemütlich. Das Zelt bot zwar nicht viel Platz, aber es war dennoch nicht zu eng.
Unsere Führerin hat erzählt, dass die Frauen in den Zelten ganz innen schlafen, die Männer außen, um im Notfall schnell herauszukommen, und die Gruppe zu verteidigen. Die Kinder schliefen zwischendrin.

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Die Schlitten kamen zurück und wir wurden auf die Schlitten aufgeteilt. Ich bekam den allerersten Schlitten, den ich mir zusammen mit dem Sami teilte. Durch die Eisfläche auf dem Schnee war die Schlittenfahrt eine recht laute Angelegenheit, es war aber trotzdem eine sehr schöne Erfahrung.

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Nach circa einer halben Stunde kamen wir wieder am Lager an. Jetzt hatten wir etwas Zeit, uns die Rentiere genauer anzuschauen. Wir fütterten sie mit Moos und belohnten sie für ihre Arbeit.

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Nachdem wir etwas Zeit bei den Rentieren verbracht haben, stiegen wir wieder in den Bus und fuhren zurück zu der Stelle, an der das Basement lag. Dort standen nochmal zwei große Lavvus, in einem davon nahm unsere Gruppe Platz. Es gab die für die Sami typische Rentiersuppe (für mich gab es zum Glück Blumenkohlsuppe) und frisches Brot, dazu warmen Tee und Kaffee. Während wir aßen, hat unser Guide etwas zur Geschichte der Sami erzählt.

Sie sind die Ureinwohner, sie leben schon seit Ewigkeiten in Lappland, also im Norden Norwegens, Schwedens und Finnlands. Sie zogen zusammen mit ihren Rentieren immer weiter, suchten sich immer wieder neue Stellen. Als das Königreich Norwegen wuchs und wuchs, wurden die Sami zum Dorn im Auge des Landes. Sie versuchten sie zu vertreiben, was jedoch erfolglos blieb. Sie drängten die Sami dazu, ihre Kinder in die Schule zu schicken, norwegisch zu sprechen (das Sprechen samischen Sprache stand damals unter Strafe) und die norwegischen Lebensweisen zu übernehmen. Norwegen hat versucht, die Kultur und Tradition der Ureinwohner zu ersticken, sie vollkommen zu unterbinden. In der weiteren Entwicklung haben sie aber eingesehen, dass dies Unsinn ist. Sie haben sie als Teil Norwegens akzeptiert und lassen sie mittlerweile in Ruhe. Uns wurde gesagt, dass es mittlerweile sogar im Trend liegt, norgwegischen Neugeborenen samische Namen zu geben - so viel dazu.
Heute sind die Sami natürlich der Modernisierung gefolgt und wohnen in beheizten Häusern, haben fließendes Wasser und Strom und nutzen die Technik von heute. Die Sprache und ihre Tradition, das Halten der Rentiere, haben sie aber bis heute beibehalten und uns wurde gesagt, dass sie - wenn sie die Wahl haben - immer noch lieber in den Lavvus sitzen und essen, als in ihren Häusern.

Die Sami, die die Schlitten geführt haben, kamen mit einem Schneemobil angefahren - es ist eben alles etwas moderner geworden. Sie setzten sich zu uns ins Lavvu, aßen die letzten Reste der Suppe und sahen unserer Gruppe dabei zu, wie sie am Feuer Marshmallows grillten. Danach ging es schon wieder zurück. Ich fand es schön, so viel über die Traditionen der Sami zu erfahren und mal das nordnorwegische Leben fernab vom Nordlichttourismus zu erleben. Selbst wenn dies auch nur eine Tour war, bekam man einen guten Eindruck. Ich war fast schon traurig, diese netten Leute zu verlassen und zurück zum Hotel zu fahren, aber es war schon recht spät und unsere nächste Tour stand bereits an. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

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